Solawi- für eine Zukunft der Höfe

12.-14.2.2021 Frühjahrstagung 2021 (Online)

 

Die Systemrelevanz der Lebensmittelproduktion ist in diesen Krisenzeiten tiefer in das gesellschaftliche Bewusstsein eingedrungen, als je zuvor. Doch an den Bedingungen für bestehende landwirtschaftliche Betriebe hat das bisher wenig geändert. Wertschätzung, Sicherheit und eine Perspektive fehlen vielen der bäuerlichen Erzeugungsbetriebe hierzulande und global nach wie vor. Der wirtschaftliche Druck ist stark, eine Hofnachfolge schwer zu finden. Die Pioniere der gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft haben in den 80er Jahren das Potential der Solidarischen Landwirtschaft als „Höfe der Zukunft“ visioniert und dieser Impuls hat auch das Solawi-Netzwerk in die Wiege gehoben. Nun, zehn Jahre nach der Netzwerkgründung, möchten wir die Erfahrungen und Bilder konkretisieren: Kann die Solidarische Landwirtschaft ein Beitrag sein,  bestehende Betriebe in eine Zukunft zu führen, in der nicht nur deren Überleben gesichert ist, sondern in der sie Mittelpunkte einer vielfältigen, lebensförderlichen Landwirtschaft sind? Wie können die Menschen aus einer Region darin unmittelbare Verantwortung für ihre Grundversorgung und den Erhalt ihrer ökologischen Grundlagen übernehmen?
Was braucht es für die Betriebe und von ihnen, was von den Verbrauchenden? Welchen Beitrag können Politik und unterstützende Netzwerke leisten? Dies wollen wir gemeinsam herausfinden und dabei in den Fokus nehmen, was Betriebe konkret unterstützt, auf Solawi umzustellen.
Es gibt vielfältige Formen von Solawi und noch vielfältigere Wege dorthin. Wir möchten Beispiele vorstellen, welchen Weg andere gegangen sind, Beratungs- und Workshopangebote machen, sowie viel Raum für Vernetzung und Austausch unter den Teilnehmenden ermöglichen.
Auch für bestehende Solawis und Betriebsneugründungen wird es interessante Angebote geben und die Möglichkeit, eigene Angebote einzubringen und Solawi- Aktiven zu begegnen.

Workshopangebote u.a. zu Landwirtschaft und Tierhaltung in der Solawi, Beratung Betriebsumstellung, Hofnachfolge, IT-Tools. Für Solawi Einsteiger*innen gibt es am Freitag Nachmittag vor Tagungsbeginn eine Einführung „Was ist Solidarische Landwirtschaft“

 

Alle Informationen im Überblick

Freitag, 12.Februar

18:30

Ankommen

18:45

Einführung in die Technik

19:00

Begrüßung und Kennenlernen

19:20

Betriebsgeschichten- 4 Betriebe in Kürze

19:50

Solawi- Zukunft der Höfe?

Gesprächsrunde mit Gästen aus der Praxis zu Potential, Herausforderungen und Bedingungen einer Betriebsumstellung auf Solawi

20:50Austausch in Kleingruppen

21:10- 21:15

Ausklang und Ausblick auf den nächsten Tag

Samstag, 13. Februar

09:30

Ankommen

09:45

Einführung in die Technik

10:00

Begrüßung und Austausch

10:15

Impulsvortrag
Die aktuelle Situation in der Landwirtschaft: Widerstand und bäuerliche Selbsthilfe sind angesagt!
Georg Janssen, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

10:35

Pause

10:40

Die Workshopangebote – die Referent*innen stellen vor

10:50

Pause - Auswahl Deines Workshops

11:00

Workshops

Betriebsumstellung auf Solawi (Klaus Strüber u.a. Solawi Beratende)

Kooperations-und Mehrhof- Solawis (Dieter Pansegrau, Solawi Schinkeler Höfe Kiel u.a.)

Langfristige Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebes mit Solawi
(Mathias v. Mirbach, Kattendorfer Hof)

Vom Anpacken und Loslassen - der Prozess der Hofübergabe (Maike Aselmaier)

Digital gut ackern ( AG Digitale Transformation des Solawi Netzwerks)

  

13:30

Mittagspause

16:30

Austausch zu den Workshopthemen

17:00

Solawi-Betriebe kennenlernen (in Kleingruppen)

17:45

Vorstellung der Open Space Angebote für Sonntag

18:00

Abschluss des Tages

18:15

Ende

 

danach: Netzwerken und digitaler Abendplausch

Sonntag, 14.Februar

09:30

Ankommen, Technikeinführung

10:00

Begrüßung und Tagesauftakt

10:25

Open Space Angebote 1

11:25

Pause

11:45

Open Space Angebote 2

12:30

Stimmen aus den Open Spaces

12:45

Abschluss der Tagung

13:00

Ende

Umstellung eines bestehenden Betriebes auf Solawi

In diesem Workshop werden die Möglichkeiten besprochen, die für wirtschaftende Betriebe existieren, um eine Solawi zu gründen. Wie sieht hier die Praxis aus in Bezug auf Verbraucher*innenkommunikation, Kostenberechnung, Flächenbewirtschaftung und Buchhaltung?

Mit einem Input, Fragen und Antworten und einer Aufteilung in Kleingruppen, die von weiteren Solawi-Beratenden begleitet werden sollen der wichtige Aspekte zum Thema übersichtlich dargestellt und möglichst viele Fragen der Teilnehmenden konkret in den Blick genommen werden.

Zum Referenten Klaus Strüber

Seit 20 Jahren Demeterlandwirt. Gründer einer solidarischen Landwirtschaft und langjährige Leitung. Seit einigen Jahren selbstständiger Berater, bundesweit tätig, v.a. zu den Themen Betriebswirtschaft, Organisationsformen, Betriebsstruktur, Anbau und Öffentlichkeitsarbeit (Infoveranstaltungen)

Telefon: 0049 (0)4363 825 44 00  oder 0160 9293 30 91

E-Mail: infoklaus-strueber.de      Web: www.klaus-strueber.de
 

Langfristige Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebes mit Solawi, am Beispiel Kattendorfer Hof

In einem praxisorientierten Workshop werden wichtige Aspekte für die Entwicklung einer Solidarischen Landwirtschaft am Beispiel des Kattendorfer Hofes dargestellt.

Zum Referenten Mathias von Mirbach

Mathias v. Mirbach ist Landwirtschaftsmeister, seit 25 Jahren Betriebsleiter auf dem Kattendorfer Hof. Beschäftigung mit dem Thema Solawi seit 35 Jahren, seit 22 Jahren praktische Erfahrung auf dem eigenen Betrieb. Mitbegründer des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft, 9,5 Jahre Vorstandsmitglied. Diverse Betriebsberatungen, Umstellungsberatungen auf Solawi. Schwerpunkt Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehhaltung, Förderungen etc.
 

Kooperations-und Mehrhof- Solawis

Mit den Schinkeler Höfen haben sich 2015 der Gemüsebaubetrieb Wurzelhof, der Milchviehbetrieb Rzehak, der Ziegenhof Mevs und die Vollkornbäckerei Kornkraft durch den Impuls und die Mitarbeit einer aktiven Verbraucher*innengruppe entschlossen eine Kooperationssolawi zu starten. Wie ein solches Projekt organisatorisch, betriebswirtschaftlich, kommunikativ und sozial gestaltet werden kann, was es für Voraussetzungen hat, welche Herausforderungen, aber auch welche neue Qualitäten des miteinander Wirtschaftens entstehen können wird von Aktiven der Schinkeler Höfe in diesem Workshop vermittelt.

Zu den Referent*innen

Dieter Pansegrau, Solawi Schinkeler Höfe Kiel u.a.
 

Vom Anpacken und Loslassen - der Prozess der Hofübergabe

Die Übergabe eines landwirtschaftlichen Betriebes stellt eine große Herausforderung dar. Ein Lebenswerk wird übergeben und ein neues möchte gleichzeitig entstehen – viel gegenseitiges Verständnis ist hier gefordert. Bei außerfamiliären aber auch innerfamiliären Übergaben ist dies für beide Seiten oftmals ein existenzieller Prozess, einhergehend mit vielen Visionen, Bedürfnissen, Sorgen und Hindernissen.

In diesem Workshop wird dieser Prozess in seiner Spannung zwischen sachlichen Gründen, unternehmerischer sowie menschlicher Notwendigkeit betrachtet.

Es werden die einzelnen Phasen und Schritte des Prozesses dargestellt. Zudem werden die  individuellen Gestaltungsmöglichkeiten in den Blick genommen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den inneren und zwischenmenschlichen Prozessen, die häufig wenig Beachtung finden - unter der Oberfläche den äußeren Prozess aber häufig maßgeblich beeinflussen.

Welche Zeit und Aufmerksamkeit braucht der Prozess der Übergabe?
Wie schaffen wir Verständnis für die unterschiedichen Ausgangspositionen in diesem Prozess?Wie können wir das Innere mit einbeziehen
ohne die äußerlichen Notwendigkeiten aus den Augen zu verlieren?

Diese und weitere Ihrer Fragen sollen in diesem Workshop Raum bekommen!

Zur Referent*in Maike Aselmaier

Maike Aselmeier ist Landwirtin, Psychologin B.Sc. und Mediatorin, seit sieben Jahren für das (zwischen-)menschliche in der landwirtschaftlichen Familienberatung tätig, Schwerpunktthemen: Generationenkonflikte, Hofübergaben und Stress- und Überlastungen in der Landwirtschaft. Begleitet leidenschaftlich gerne Prozesse, die dazu führen, dass sich nachhaltige und zukunftsgewandte Projekte in der Landwirtschaft entwickeln können, in denen auch die darin wirtschaftenden Menschen sich wohlfühlen und entwickeln können
 

Digital gut ackern

DieDigitalisierung ist in aller Munde. Darunter ist z.B. der Einzug unzähliger Geräte und Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (Hard- und Software) zu verstehen. Das betrifft natürlich auch Solawis, z.B. mit Blick auf Software für die Mitgliederverwaltung, dem Einsatz digitaler Ackergeräte oder der Nutzung von Fernerkundungsdaten. So wie Solawis die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung resilienter und nachhaltiger machen, so kann und sollte auch ein bewusster Umgang mit digitalen Werkzeugen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

In unserem Workshop wollen wir thematisieren, wie das gelingen kann und von euch hören, welche Chancen, Risiken und Perspektiven ihr seht. Außerdem wollen wir die Arbeit der AG Digitale Transformation vorstellen, die sich im Netzwerk mit dem Themenfeld beschäftigt. Schließlich wollen wir in Kleingruppen sammeln, wo, wie und welche Soft- und Hardware ihr einsetzt, was dabei gut funktioniert und was nicht, und damit einen Lern- und Erfahrungsaustausch untereinander anstossen.

Zu den Referent*innen

Der Workshop wird gestaltet von Mitgliedern der AG Digitale Transformation. Mit dabei sind u.a. Micha Bakonyi, der sich im Netzwerk um IT-Support kümmert, Kristina Gruber, Mitgründerin der Initiative sunu (sozial-ökologische Digitalisierung für Solawi), Nicole Wolf, die ein Kriteriensystem für nachhaltige digitale Tools entwickelt und Mundo Yang, der eine Umfrage zur Nutzung digitaler Anwendungen bei Solawis entwickelt.

Ansprechpartnerin:

Kristina Gruber, kristina.grubersunu.eu

 

 

Tagungsbeiträge

Ein Online-Format zu gestalten ist an vielen Stellen günstiger als ein Präsenztreffen zu organisieren- doch auch hier gibt es Kosten. Das Orga- und Technikteam wird sich für einen reibungslosen Ablauf gemeinsam treffen, technische Anwendungen müssen bezahlt werden usw. Wir freuen uns daher sehr, wenn Ihr mit einem Soli-Aufschlag  die Ermöglichung dieses Treffens unterstützt

Regulärer Beitrag (Mitglieder- und Nichtmitglieder): 25 €

inkl. Soli- Aufschlag ( 10 €): 35€ oder Super-Soli Beitrag (über 35€)

 

Für die Online-Veranstaltung benötigst Du eine gute Internetverbindung, die die Übertragung von Video erlaubt. Des Weiteren wird entweder ein aktueller Internetbrowser oder das kostenlose Programm zoom benötigt. Eine Registrierung bei zoom ist für die Teilnahme nicht erforderlich, das Herunterladen und Installieren des Programms ist ausreichend. Optimal, jedoch nicht unbedingt erforderlich, ist die Verwendung eines Headsets während der Veranstaltung. Weitere technische und datenschutzrechtliche Tipps lassen wir Dir nach Deiner Anmeldung zukommen.

In den "Open Space" Zeiten kannst Du ein Solawi-Anliegen, das Du in einer Gruppe bearbeiten oder teilen möchtest einbringen - und schauen, ob sich interessierte Mitmacher*innen finden.

Das kann die Einladung zu einer Diskussion sein, die Vorstellung eines eigenen Projektes, die Bitte um ein Gruppencoaching bei Gründung und Entwicklungsfragen, ein Austauschforum zu Anbaufragen oder oder...

Die Open Spaces können als geschlossene Veranstaltungen angelegt sein oder so, dass die Teilnehmenden wechseln können.

Wichtig ist, dass Du das Anliegen am Samstag nachmittag der Tagung in einem kurzen Satz vorstellst, bis dahin kannst Du überlegen, ob Du etwas einbringen möchtest.

In diesem Format möchten wir denjenigen, die sich ganz neu mit der Solidarischen Landwirtschaft beschäftigen, die grundlegenden Prinzipien, Potentiale und verschiedene Formen von Solawi erläutern und ersten Fragen beantworten.

Das Angebot ist im Tagungsbeitrag mit enthalten und kann bei der Anmeldung zusätzlich gebucht werden.

Termin: Freitag 12.2.21  von 16:30-17:30 Uhr

Über Fortbildungsangebote für Solawi-Gründer*innen könnt Ihr Euch hier informieren.

 

SoLawi Stable School: Gemeinsam mehr Stabilität gewinnen

Zusammen mit unserem wissenschaftlichen Kooperationspartner nascent 2.0 testen wir verschiedene Formate, wie eine Begleitung und Beratung von Solawis, deren Entwicklung und Stablisierung noch gezielter unterstützen kann. In diesem Rahmen bieten wir jetzt einen Online- Workshop am 12.02.2021 in zwei Blöcken von 11:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 16:00 Uhr an (direkt vor der Frühjahrstagung ).

Zielgruppe sind Solawi-Organisationen, die ausgehend von eigenen Herausforderungen und Erfolgsrezepten mit anderen Solawis praxisnahe Lösungswege zur organisationalen (sozial wie wirtschaftlichen) Stabilisierung entwickeln möchten. Es sind sowohl junge wie auch erfahrenere Solawis willkommen. Teilnehmer*innen sollten verantwortliche Personen einer Solawi-Organisation (pro SoLawi 2 Personen) sein mit Einblick und Zugang zu wesentlichen Informationen wie Finanzen, Mitglieder-Einbindung, historische Entwicklung, Anbauplanung, Hof- und Mitglieder-Kommunikation.

Der Workshop wird von einer*m Solawi-Berater*in moderiert sowie vom Forschungsprojekt nascent wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Alle Ergebnisse werden für die Teilnehmenden aufbereitet.

In moderierten Kleingruppen wird an folgenden Fokusthemen gearbeitet:

  • Kommunikation & Transparenz

    • Auf welche Weise kann Kommunikation & Transparenz strategisch eingesetzt werden, um sowohl sozial wie auch wirtschaftlich stabiler zu werden? Wie gelingt bspw. die Kommunikation von MehrWerten (kulturelle & ökologische Leistungen) zur Steigerung der Akzeptanz angemessener Beiträge?

  • Ko-Produktion bei Anbau, Verteilung und Organisation

    • Welche Chancen & Risiken ermöglicht die Einbindung von Mitgliedern in organisationale und betriebliche Arbeitsabläufe? Wie können diese organisiert werden , damit das Aufwands-Nutzen-Verhältnis passt?

  • Anbauproduktivität

    • Wie können Effizienz, Vielfalt und Resilienz zusammen gehen? Welche Strategien sind hilfreich und welche Kennzahlen helfen, um sich mit anderen SoLawi-Betrieben vergleichen zu können? Wie kann die Anbauplanung optimiert werden? Das Anbauen, was die Mitglieder wirklich wollen?

Die maximale Teilnehmendenzahl ist auf 15 Solawis begrenzt. Die Veranstaltung wird über Zoom stattfinden.

Anmeldung für Solawi Stable School hier!

 

Bei Fragen und Anregungen erreicht Ihr das Organisations-Team unter  anmeldungsolidarische-landwirtschaft.org

Aktuell ist aus technischen Gründen keine Anmeldung möglich. Wir kümmern uns mit Hochdruck um eine Lösung.

Die Veranstaltung wird gefördert von

Allgemeines zu den Netzwerktreffen

Im Frühling und im Herbst findet jeweils ein Netzwerktreffen statt, in welchem alle Mitglieder und interessierte Menschen eingeladen sind, ihre Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam in Arbeitsgruppen an aktuellen Fragestellungen zu arbeiten und sich in die strukturelle Arbeit des Netzwerks einzubringen.

Das Netzwerktreffen richtet sich insbesondere an Menschen, die bereits an einer Solidarischen Landwirtschaft teilhaben oder eine Solawi gründen möchten. Doch auch sonstige an der Solidarischen Landwirtschaft Interessierte sind herzlich willkommen und werden bereichert abreisen!

weitere Termine

  • 12. - 14.11.2021 Herbsttagung in der Nähe von Kassel/Tagungshaus Lebensbogen

Weiterführende Informationen

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