Solidarische Landwirtschaft - weltweit

Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist Mitglied im internationalen CSA-Netzwerk URGENCI und aktiv an interantionalen Austauschprojekten beteiligt.

Solidarische Landwirtschaft gibt es weltweit und hat viele Namen, z.B.:

  • CSA (Community-Supported Agriculture) - England/USA
  • Solawi,Freihof, Solidarhof, gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft, Landwirtschaftsgemeinschaftshof, gemeinsame Landwirtschaft (GeLa) - Deutschland/Österreich/Schweiz
  • AMAP (Associations pour le maintien d’une agriculture paysanne ) - Frankreich
  • Teikei - Japan
  • GASAP (Groupe d’Achat Solidaire de l’Agriculture Paysanne) - Belgien
  • GAS (Gruppi di Acquisto Solidale) - Italien   
  • ASC (Agriculture soutenue par la communauté) - Quebec
  • Reciproco - Portugal
  • Andelslandbruk - Norwegen

Europäische CSA-Deklaration

Auf dem bundesweiten Netzwerktreffen im November 2016 berichteten VertreterInnen aus dem deutschen Solawi-Netzwerk über die europäische und internationale Vernetzung und den Prozess der Erarbeitung einer gemeinsamen CSA-Deklaration über die letzten Jahre. Die Deklaration wurde während des 3. europäischen CSA-Netzwerktreffens am 17. September 2016 in Ostrava (Tschechien) verabschiedet. CSA ist dabei als umfassender zu verstehen als das gängige (deutsche) Solawi-Modell.

CSA Deklaration als pdf (deutsche Version)

CSA Declaration als pdf (englische Version)

 

 

 

Präambel

In ganz Europa schließen sich Menschen zusammen, um die Kontrolle über die Erzeugung, Verteilung und den Verbrauch ihrer Nahrungsmittel zu erlangen. Wir schaffen Strukturen, in deren Mittelpunkt unsere lokalen Gemeinschaften stehen. Wir bündeln unsere Kräfte um Ernährungssouveränität zu erreichen, indem wir unser Recht beanspruchen unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem selbst zu bestimmen. Die Zeit ist reif, um die verheerenden Auswirkungen der industriellen Lebensmittelproduktion auf Tisch zu bringen. Essen ist zu wichtig, um es bloß als Ware zu behandeln. Die CSA-Bewegung bringt praktizierbare, ganzheitliche Lösungen in der Agrar- und Ernährungskrise. Wir sind viele, vielfältig und vereint. Wir stehen solidarisch zueinander – nehmen Verantwortung – um sozial inklusive, ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Ernährungssysteme zu gestalten. Hunderttausende von Menschen haben bereits bewiesen, dass Community Supported Agriculture funktioniert, indem sie eine Vielzahl von Praktiken, Initiativen und Netzwerken auf gemeinsamen Wertvorstellungen aufbauen. Auf der Basis von bestehenden Statuten und Erfahrungen, möchte diese Erklärung den gemeinsamen Boden bereiten, diese CSA-Bewegung zum Blühen zu bringen.

Definition

Community Supported Agriculture (CSA) ist eine direkte, auf persönlichen Beziehungen aufbauende Partnerschaft zwischen Verbrauchern und einem oder mehreren Produzierenden, so dass Risiken, Verantwortung und Erträge der Landwirtschaft durch langfristige, verbindliche Vereinbarungen geteilt werden.

CSA Leitprinzipien

CSA ist kein in Stein gemeißeltes Model. Sie ist dynamisch, wie ein Garten: Sie entwickelt sich und wächst durch tägliche Fürsorge. Jede CSA-Partnerschaft hat ihre Eigenständigkeit. Wir einigen uns auf diese grundlegenden Prinzipien, als unsere gemeinsame Basis , sodass die CSA-Bewegung gedeihen kann:

  • Verantwortungsvolle Pflege von Boden, Wasser, Saatgut und anderen Gemeingütern mit agrarökologischen   Prinzipien und Praktiken, wie in dieser und der Nyeleni-Erklärung von 2015 beschrieben
  • Essen ist Gemeingut, keine Ware.
  • Produktion nach menschlichen Maße, verwurzelt in lokalen Wirklichkeiten und Wissen
  • Faire Arbeitsbedingungen und ein gutes Einkommen für alle Beteiligten
  • Respekt für die Umwelt und Wohlergehen der Tiere
  • Zugang zu frischen, lokalen, saisonalen, gesunden und vielfältigen Lebensmitteln für Alle
  • Aufbau von Gemeinschaften durch direkte, langfristige Beziehungen, in denen Verantwortung, Risiken und Erträge geteilt werden.
  • Aktive Teilnahme auf der Grundlage von Vertrauen, Verständnis,
  • Respekt, Transparenz und Kooperation.
  • Gegenseitige Unterstützung und Solidarität über Grenzen hinweg

Aufbauen – Entwickeln – Bestärken

Wir wollen eine starke Koalition von CSAs und CSA-Netzwerken in Europa aufbauen, um:

  • die CSA- Bewegung zu stärken und die Entstehung neuer CSAs zu beflügeln
  • Wissen und Fähigkeiten zwischen CSAs in verschiedenen Ländern zu teilen
  • partizipatorische Forschung auf unseren Höfen und in unseren Netzwerken zu ermöglichen und zu fördern
  • Menschen auszubilden und sie zu befähigen, die Bewegung tatkräftig zu unterstützen und weiter zu entwickeln
  • die Vorteile von CSA für die gesamte Gesellschaft aufzuzeigen
  • die Prinzipien der CSA-Gemeinschaften auf internationaler, europäischer und lokaler Ebene zu vertreten
  • in lokalen Ernährungsräten aktiv zu werden
  • mit der Bewegung für Ernährungssouveränität zusammenzuarbeiten und unsere Allianzen mit den Bewegungen der sozialen und solidarischen Ökonomie zu stärken

Wir sind eine Graswurzelbewegung: Wir glauben, dass CSA ihre Kraft aus pragmatischem, alltäglichem Handeln und aus persönlichen Beziehungen schöpft. Wir verbinden uns miteinander, mit den Erzeuger*innen in unseren Gemeinschaften und mit der lebendigen Erde unter unseren Füßen.

Dies ist unser gemeinsamer Boden.

In der Schweiz gibt es einen Deutschschweizer und einen Westschweizer Verband für "Regionale Vertragslandwirtschaft" sowie die Kooperationsstelle, die unabhängig agiert:

Verwirkliche mit uns die Vision einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

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