Wissenschaft die der Praxis dient

Solidarische Landwirtschaft wird zunehmend als Forschungsgegenstand wahrgenommen. Das Netzwerk fungiert hier als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis.
Die Forschungs-AG bündelt und koordiniert Forschung und wissenschaftliche Arbeiten rund um das Thema Solidarische Landwirtschaft.

Aktuell

Im Rahmen der Forschungs AG arbeiten wir schon eine Weile eifrig an der Vorbereitung der Datenerhebung für das Solawi-Netzwerk.

 Ziel der Sektorübersicht Datensammlung ist eine fundierte Informationsgrundlage für die verschiedenen Arbeitsbereiche des Solawi-Netzwerks wie z.B. für Beratung und Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und für politische Arbeit.

Erfreulicher Weise wächst die Solawi-Bewegung seit der Netzwerkgründung vor 10 Jahren kontinuierlich. Inzwischen sind auf unserer Homepage ca. 360 Betriebe zu finden, die ganz oder teilweise nach dem Solawi-Prinzip wirtschaften. Es ist eine große Vielfalt an Umsetzungs-möglichkeiten entstanden.

Auf der anderen Seite wird das Solawi-Konzept in der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik immer mehr wahr- und ernst genommen. Wir werden oft nach genaueren Zahlen zu Umfang und Größe der Solawis gefragt und können bisher nur sehr begrenzt Auskunft geben.

Uns fehlt ein genaueres Bild über die Solawi Bewegung in Deutschland z.B. die Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche, des Sortiments, die Anzahl der teilnehmenden Haushalte, den Tierbesatz etc…

Mit diesen Informationen lässt sich die Öffentlichkeitsarbeit viel effektiver gestalten. Diese können auch die Grundlage sein, um die Potentiale zur Sicherung der Lebensmittelversorgung abschätzen zu können und Gehör in der politischen Diskussion zu finden. Zudem können genauere Daten erheblich zur Verbesserung der Beratungs- und Bildungsarbeit sowie zur internen Mitgliederinformation betragen. So soll z.B. jeder Betrieb, der teilnimmt, eine übersichtliche Darstellung seiner eigenen Daten auch als Grundlage und Unterstützung für die eigenen Öffentlichkeitsarbeit erhalten.

Auch in anderen Ländern laufen die Vorbereitungen Kennzahlen und Daten zu CSAs zu erheben. Auf EU- Ebene möchten wir dazu beitragen, dass Solawis/CSA/AMAPS eine stärkere Anerkennung in rechtlicher und fördertechnischer Sicht erfahren.

Aus diesem Gründen und Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Netzwerks starten wir die erste Datenerhebung im Solawi-Netzwerk in der zweiten Jahreshälfte 2021, die vom Forschungsprojekte NASCENT (Uni Oldenburg/ Uni Siegen) und der TU München wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden wird.

Die Datenerhebung ist für unsere Arbeit als Netzwerk und Verband sehr wichtig und wir denken, dass die Ergebnisse auch für Euch sehr interessant, unterstützend und inspirierend sein können.

Wir möchten Euch deshalb ganz herzlich einladen Euch in den kommenden Monaten an der Erhebung zu beteiligen. Ihr werde von uns hören oder lesen. Kontakt bei Fragen oder

Anregungen: kkraisssolidarische-landwirtschaft.org

Sie ist / bietet …

  • AnsprechpartnerInnen für Solidarhöfe, Forschungseinrichtungen und Studierende
  • Sammlung von für die Praxis relevanten Fragestellungen
  • Themenvorschläge, Hilfestellung und Betreuung wissenschaftlicher  Abschlussarbeiten
  • Überblick über aktuell laufende und abgeschossene Forschungsarbeiten und Projekte

 

Wozu Forschung?

Forschung soll dem Wohl der Menschen dienen. In alten Zeiten waren die „Forscher“ die Kundschafter, die hinaus gegangen sind, um Informationen zu sammeln die für die Gemeinschaft hilfreich oder (lebens-)wichtig waren. Diese Informationen brachten sie wieder in die Gemeinschaft zurück, um zu berichten, so dass entsprechende Entscheidungen getroffen oder Handlungen umgesetzt werden konnten.Dazu soll auch heute Forschung dienen.

Weiter lesen: Vor- und Nachteile von Solawi-Forschung

 

Aufruf an die Praktiker/Innen auf Solidarhöfe und Initiativen:

Schickt uns gerne Themenvorschläge, Ideen, konkrete Fragestellungen oder Schwierigkeiten, die ihr in der Praxis habt. Themen, über die Ihr Euch freut, wenn sich Menschen damit näher beschäftigen. Die Themen können alle Bereiche im Zusammenhang mit Solidarischer Landwirtschaft betreffen: von der landwirtschaftlichen Praxis bis hin zu sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragestellungen.

Wir vermitteln sie gerne an die WissenschaftlerInnen weiter. Nur so kann die Forschung die Praxis unterstützen und somit ihren Zweck erfüllen.

 

Aufruf an die Wissenschaft:

Wir bemühen uns zum einen darum, dass keine Themen doppelt beforscht werden und zum anderen darum, die Befragungen der Solawi-Landwirte und -Mitglieder in Maßen zu halten.
Methodisch kann es sinnvoll sein, die Forschungen aufeinander abzustimmen und evtl. sogar zusammenzuarbeiten: z.B. für die anschließende Übertragbarkeit von Daten oder um unnötige Doppelbefragungen der Beteiligten zu vermeiden.
Das Angebot, verwendete Aussagen aus den Interviews gegenlesen zu können und die fertigen Forschungsergebnisse im Anschluss zu erhalten, sollte aus forschungsethischen Gründen selbstverständlich sein.

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