Arbeitsgruppe Saatgut

Die Aktivität der Saatgut-AG/RegiosaatCoop ruht derzeit, jedoch gibt es weiterhin mehrere Solawi-Höfe, die Saatgut anbauen und locker vernetzt sind. Wenn Ihr wissen wollt auf welchen Solawis Saatgutarbeit stattfindet, schreibt an kgroversolidarische-landwirtschaft.org.

Unsere Vision

Wir haben die Vision, dass die Saatgutarbeit auf den Höfen und Betrieben wieder ihren Platz findet und wir in gemeinsamer Verantwortung die Vielfalt an vielen Orten wachsen lassen!

Wir möchten den Austausch und die Zusammenarbeit zum Thema Saatgut zwischen den Höfen der Solidarischen Landwirtschaft unterstützen und verschiedene Räume der Kommunikation – sowohl virtuell als auch persönlich – eröffnen.

Unsere Idee

In regionalen Saatgut-Kooperationsnetzwerken übernehmen einzelne Höfe/Gärtnereibetriebe jeweils die Saatgutvermehrung für bestimmte Kulturarten/Sorten, so dass ein möglichst hoher Anteil des Saatgutbedarfs der Höfe gemeinsam über diesen Pool gedeckt werden kann.

Die Sorten können sich innerhalb der Region mit ähnlichen Umweltbedingungen und in ähnlich strukturierten Hof-/Betriebssystemen lokal anpassen. Und die Gemeinschaften entwickeln neben der Saatgutproduktion, neue Formen der Solidarität und Autonomie.

Macht mit!

Wir suchen noch weitere Leute und Höfe, die Lust haben mitzumachen! Ob mit viel oder wenig Zeit, kritischer Neugier oder voller Überzeugung, auch Höfe, die nicht nach dem Solawi-Prinzip wirtschaften, Saatgutbetriebe, Züchter*innen und andere Motivierte – alle sind eingeladen dabei zu sein!

Bisherige Veranstaltungen

Nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa ist die Saatgutarbeit weitestehend von den Erwerbsbetrieben des Gemüseanbaus verschwunden. Bisher gibt es noch sehr wenige Projekte und Betriebe, die dieser Entwicklung mit ihrer praktischen Arbeit etwas entgegensetzen.

Da die partizipativen Saatgutarbeit (Vermehrung und Entwicklung) verschiedene Fragen aufwirft, denen alle, die sich ihr widmen früher oder später begegnen, es jedoch bisher wenig dokumentiertes Wissen dazu gibt, initierte der Österreichische Erhalter*innennetzwerk Arche Noah dieses Jahr nun ein zweitägigen Workshop zum Thema: “Growing agricultural biodiversity: knowledge and practice in Europe”. Ziel war es, einen europäischen Austausch über die Erfahrungen mit den verschiedenen Spezifika der kollektiv organisierten Saatgutarbeit anzuregen.

Neben den Vertreter*innen der Arche Noah kamen Teilnehmerinnen von der Heritage Seed Libary/Großbritannien, vom Red de Semillas/Spanien, Biaugerme/Frankreich, Koal Khozh/Frankreich und Saatgutgärtner*innen und Aktivistinnen aus Ungarn, die z.B. Im Projekt Maghaz seedbank organisiert sind. Und auch die RegioSaatCoops waren eingeladen sich vorzustellen. Sinnlich angereichert wurde der intellektuelle Austausch durch eine Saatguttauschbörse und eine Verkostung mitgebrachten Spezialitäten und Raritäten. Der Gastgeberhof Hof Ochsenherz- die erste Solidarische Landwirtschaft, die es in Österreich gab- veranschaulichte zu dem bei einer Führung sehr schön, wie die Verbindung von Gemüsebau und Samenbau aussehen kann. Diese war für den Hof von von Anfang an ein zentrales Anliegen und konnte so an als integraler Bestandteil des Konzepts entwickelt und kommuniziert werden an alle Mitarbeiter*innen und Solawi-Mitglieder. Insgesamt bot der „Grow-Workshop“ eine erste Gelegenheit zur Vernetzung von Praktiker*innen der kollektiven bäuerlichen Saatgutarbeit auf europäischer Ebene, eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Saatgutarbeit auf den Höfen und in den Gärten.

In kleiner aber sehr motivierter Runde trafen wir uns zu neunt im Gasthof Meuchefitz im Wendland, um nach einer Saison RegioSaatCoops Erfahrungen auszutauschen und die übergeordnete konzeptionelle und strukturelle Arbeit weiter zu führen.

Aktueller Stand der Dinge

In der RegioSaatCoop-Nord wurden 2013 einzelne Kulturen vermehrt und konnten nun auf dem Wintertreffen getauscht werden. Die gemeinsame Organisierung findet in kleinen Schritten statt.

Die RSC Mitte liegt derzeit auf Eis, da aufgrund von personellem Mangel im Gartenbau überhaupt, das Thema Saatgut-Vermehrung nicht bearbeitet werden kann.

In der Region Dresden- Leipzig gibt es mehrere interessierte Solawis, so dass es dort auch schon bald losgehen könnte. In Rostock, Mainz und Freiburg gibt es einzelne Interessierte- wir sind gespannt wie es sich weiterentwickelt.

Garten- und Samenbau verbinden

Wichtiges Thema ist nach wie vor die Frage, wie Gärtner*innen, die bisher noch keine Erfahrungen mit der Saatgutarbeit gemacht haben sich Wissen und Fähigkeiten zum Saatgut aneignen können. Vor allem besteht das Problem unter den meist eh schon knappen zeitlichen Ressourcen.

Für die Integration der Saatgutarbeit in den Ablauf der Gemüseproduktion bedarf es zudem einer engen Kommunikation und eines Zusammendenkens der Bereiche in der Vorab-Planung aber auch im laufenden Anbau.

Auf unserem Treffen kam zutage, dass mit dieser Herausforderung auf den bestehenden Höfen der RSCs ganz unterschiedlich umgegangen wird. In einem Fall werden die beiden Bereiche zusammen von derselben Person verantwortlich organisiert, in einem anderen Fall weitestgehend getrennt auf unterschiedlichen Flächen und in der Veranwortung von verschiedenen Personen. Eine dritte Möglichkeit wäre eine starke Zusammenarbeit in einem Team, das beide Bereiche verbindet. Die Gestaltung der Verbindung dieser Bereiche ist eine wichtige Aufgabe, die sowohl anbautechnische als auch kommunikative Kreativität erfordert. Dieser Punkt wird daher sicher auch zukünftig Thema für Austausch und gegenseitige Unterstützung in den RSCs sein.

Für die RSCs planen wir zwei Treffen im Jahr: ein regionales im Sommer auf dem es u.a. um den Austausch in Anbaufragen geht und ein überregionales Wintertreffen, wo es neben dem praktischen Tausch des Saatguts um die Vernetzung und die Weiterentwicklung der RSC Idee gehen soll.

Das Winter-Jahrestreffen der RegioSaatCoops wird Ende Januar 2015 in der Region Leipzig- Dresden stattfinden. Vor Beginn des Treffens soll es einen halben bis ganzen Tag vorher Zeit geben, für „Neueinsteiger*innen“.

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