Die Region erreichen!

Frühjahrstagung des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft 7.-9.2.2020 Seminarzentrum Gut Frohberg bei Meißen

Kooperierende Solawi- Höfe, große Solawi-Genossenschaften, Zusammenarbeit mit Ernährungsräten, Gastronomie und Bildungseinrichtungen- die Solawi reicht in immer neue Sphären und Bereiche hinein. Die Solawi-Bewegung ist angetreten als Beitrag zur Agrarwende und zum gesellschaftlichen Wandel. Nun wachsen wir aus der Nische heraus und wollen uns den damit verbundenen Fragen stellen: können Betriebe der Solidarischen Landwirtschaft die Versorgung von ganzen Städten und Regionen wesentlich mittragen? Wie können Solawi- Prozesse und Solawi-Kultur in größere oder komplexere Zusammenhänge übersetzt werden, welche Grenzen gibt es und welche Bedingungen?

Eine gute Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Kommunikationsfähigkeit, klare Werte und Strukturen und wirtschaftlich tragfähige Konzepte scheinen wichtige Merkmale für ein Gelingen von Projekten zu sein. Wir möchten Impulse von verschiedenen Akteuren aus dem Themenkreis „regionale Versorgung“ zusammenbringen, gemeinsam unter die Lupe nehmen und zur Vernetzung einladen. In Workshops gibt es die Möglichkeit Best-Practice Beispiele kennen zu lernen und in Open Spaces können eigene Anliegen eingebracht und mit anderen Solawi-Aktiven ausgetauscht werden. Für Einsteiger*innen gibt es am Freitag Nachmittag vor Tagungsbeginn einen Solawi-Einführungsworkshop mit Gründungsberatung.

 

Alle Informationen im Überblick

Die Tagung findet im Seminarzentrum Gut Frohberg statt

GUT FROHBERG - Seminarzentrum

Schönnewitz 9, 01665 Käbschütztal / Krögis

Bürozeiten: Mo.-Fr. 10.00-15.00 Uhr
Tel.: 0352 444 1803
Fax: 0352 444 1804

E-Mail: infogutfrohberg.de

Infos zur Anreise unter  www.gutfrohberg.de

Freitag, 7. Februar

14:00-17:30

Einsteiger*innen-Workshop

16:00-18:00

Empfang & Check-In

18:00

Abendessen

19:00

Begrüßung & Einstieg ins Programm

20:00

Themenimpuls „Die Region erreichen“ Impulsvorträge

21:00-21:30

Regiogruppentreffpunkt

 

Samstag, 8. Februar

08:00

Frühstück

09:00

Gemeinsamer Tagesbeginn

09:30

Workshops

12:30

Mittagessen

14:30

Fishbowl

15:30

Open Space Anliegenphase

16:00

Kaffee und Kuchen

16:30-18:00

Open Spaces

18:30

Abendessen

Ab 21:00

Zusammen Feiern!

Sonntag, 9. Februar

8:00

Frühstück

9:30

Gemeinsamer Tagesbeginn
Rückblick auf den vergangenen Tag

10:30 – 12:00

Open Spaces II/Dialogspaziergang

12:15:00

Gemeinsamer Abschluss

13:00:00

Mittagessen
Aufräumen und Abreise

Mit drei kurzen Impulsen wollen wir Bilder und Anregungen reingeben für den Austausch, wie Solawi Relevanz für eine regionale Versorgung und Umgestaltung der Landwirtschaft bekommen kann.

 

"Bäuerlicher Vollversorgungshof mit Reichweite"

Mathias von Mirbach, Landwirt Kattendorfer Hof

Der Kattendorfer Hof liegt etwa 35 km nördlich von Hamburg. Seit 1995 ist der Hof eine Betriebsgemeinschaft nach Demeter-Richtlinien und seit 1998 die zweite in Deutschland entstandende Solidarische Landwirtschaft. Heute bewirtschaftet er mit mehr als 50 Menschen 435 Hektar, hat Kühe und Schweine, eine Hofkäserei, Gemüse, Getreide, Kartoffeln und andere Feldfrüchte.

 

"Zusammen stark- Kooperation der Solawis in Leipzig"

Koordination der Plattform der Solawis im Leipziger Ernährungsrat

In und um Leipzig existieren ein halbes Dutzend Solawis, die gemeinsam ca. 700 Menschen mit Gemüse versorgen. In Taucha sind zwei weitere Betriebe in Gründung, die in naher Zukunft ca. 4000 weitere Menschen versorgen wollen. In ihrer Verschiedenheit haben sich die Solawis für die gemeinsame Arbeit im Ernährungsrat und die Kooperation zwischen den Solawis zusammengeschlossen.

 

"Genossenschaft Hansalim- was können wir von Südkorea lernen?"

Petra Wähning, freiberufliche Beraterin

"Hansalim" in Südkorea besteht bereits seit mehr als 30 Jahren. Tausende Bauern haben durch die Genossenschaft eine nachhaltige Lebensbasis gefunden: Sie bekommen 75 Prozent des Preises, den die Mitglieder hier in der Stadt für die Produkte zahlen. Es werden 540.000 Familien versorgt, 1,6 Millionen Menschen bekommen Gemüse und Obst,  Fisch, Fleisch, Getreide, Soja und Milchprodukte.

Workshops

1. SoLawi-Betriebe | Wirtschaftlich stabilisieren & umfassende Regionalversorgung gestalten

(Referent*innen: Marius Rommel & Dr. Irene Antoni-Komar, im Rahmen des nascent Forschungsprojektes der Universitäten Siegen & Oldenburg)

Die Verbreitung von SoLawi-Betrieben schreitet immer rasanter voran. In diesen Trend werden inzwischen große Hoffnungen gesetzt. So werden SoLawi-Betriebe für ihre ökologischen wie sozialen Mehrwerte gelobt, gleichsam sind sie als Impulsgeber zur Gestaltung einer umfassenden Regionalversorgung wichtiger denn je. Doch wie sieht die Realität innerhalb der Betriebe aus? Inwieweit gelingt eine betriebswirtschaftliche Stabilisierung, welche auskömmliche Einkommen mit den hohen ideellen und sozialen Ansprüchen in Einklang bringt? Und sehen sich SoLawi-Betriebe bereits als gestaltende Akteure von Nachhaltigkeitsregionen?

Wir möchten in diesem Workshop zwei Perspektiven einnehmen. 1. möchten wir in einer Innenbetrachtung gemeinsam erfolgreiche Strategien und Maßnahmen zur sozialen und betriebswirtschaftlichen Stabilisierung identifizieren, die anschließend im Rahmen des Forschungsprojektes nascent für alle interessierten SoLawi-Betriebe aufbereitet werden. 2. möchten wir in einer Außenbetrachtung diskutieren, welche positiven Effekte aus Kooperationen, Netzwerken und Erweiterungen für SoLawi-Betriebe selber, aber auch für regionale Wertschöpfungsräume entstehen können. Wie lassen sich ausgehend von SoLawi-Betrieben unterschiedliche regionale Wirtschaftseinheiten dergestalt kombinieren, dass sich die Region vollständig ökologisch versorgen lässt?

 

2. Solid Base- Solawis nachhaltig gründen

(Referent*innen: Johannes Winter u. weitere, )

Im Rahmen eines von Erasmus+ unterstützten Projekts ist in den letzten 2½ Jahren eine viertägige Bildungsreihe zu finanzieller Nachhaltigkeit von Solawis entstanden. Weitere Infos finden sich auf der Netzwerkseite. Im letzten Jahr fanden in 3 Partner Ländern (Ungarn, Tschechien und Deutschland) Testdurchäufe statt. In diesem Workshop wollen wir die wesentlichen Inhalte und Ergebnisse des Projektes teilen und mit euch überlegen wie wir die Inhalte in Bildungsprogramme des Netzwerks einfliessen lassen können.

Die Themen der Bildungsreihe und unseres Workshops sind: Solawi Verwaltung und Solawi Finanz- und Budgetplanung (Referent: Klaus Strüber), Medienkompetenz (Referent: Johannes Winter) und Mitgliedereinbindung (Referentinnen: Katharina Kraiß / Jule Hesse)

Mehr Infos zu den Solid-Base Modulen siehe auch die Beschreibung der einzelnen Module auf der Netzwerkseite

 

3. Mit Bildung Solawi-Werte vermitteln

(Referent*innen: Lukas Mischnick und Heike Delling BAGLoB, www.baglob.de)

Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft trägt im Hinblick auf eine sozial-ökologische Transformation ein sehr großes Bildungspotenzial in sich. Neben Menschen, die bereits Teil eines Solawi-Betriebes sind, können insbesondere externe Gruppen durch Bildungsangebote Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz aufbauen. Auch die Betriebe profitieren bezüglich ihrer Stabilität von der Bildungsarbeit. Um Gestaltungsmöglichkeiten von Bildung in der Solidarischen Landwirtschaft zu entdecken und gemeinsam zu entwickeln, möchten wir uns in diesem Workshop mit folgenden Themen beschäftigen: 1. Kurzer Input - Warum eignet sich Solidarische Landwirtschaft besonders für das Lernen auf dem Bauernhof? - Wie steht es um die Ist-Situation von Solawi-Bildungsangeboten und wie sind diese aufgebaut? - Welche Unterstützungsbedarfe der Betriebe bestehen? 2. Gemeinsame Ausarbeitung - An wen richtet sich unserer Bildung – Mitglieder und/ oder externe Gruppen? - Wie kann ein Bildungsangebot zu den Grundprinzipien und Werten Solidarischer Landwirtschaft gestaltet sein? 3. Diskussionsrunde und Ausblick. In einem Open-Space möchten wir anschließend die Vernetzung der Betriebe, die Bildungsangebote umsetzen oder daran interessiert sind, voranbringen.

4. "Naturschutz ist Heimatschutz?" Rechte Tendenzen in der Ökologie und wie sie zu erkennen sind

(Referent*innen:  Annika Schmidt, FARN www.nf-farn.de)

Der Workshop führt allgemein in das Themenfeld ein. Die Teilnehmer*innen werden sensibilisiert für die historischen und die aktuellen Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit radikal rechten Ideologien.

Außerdem wird es eine Einführung zu rechten Siedler*innen wie beispielsweise der Anastasia-Bewegung geben.Auf den ersten Blick wirken diese wie harmlose Öko-Austeiger*innen, ein Leben auf dem Land, Gemüsebau, auch Solidarische Landwirtschaft passt in dieses Bild. Sie geben sich unpolitisch, doch ihre Ideologie beruht auf Antisemitismus, Verschwörungsdenken und einem reaktionären, rassistischen Weltbild.

Der Workshop versetzt die Teilnehmer*innen in die Lage, demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien und Denkmuster nicht nur in Natur- und Umweltschutz, sondern auch innerhalb der eigenen Solawi zu identifizieren. Darauf aufbauend erarbeiten und diskutieren wir mögliche Handlungsoptionen im Sinne einer Prävention und Intervention.

 

 

 

Tagungsbeiträge

Soli-Beitrag 95 €

Mitglied 40€

Nicht-Mitglied 80€

Institutionen 150 €

Tagesgast (Mitglied und Nichtmitglied) 40 €

Unterkunft und Verpflegung

Preise pro Tag inkl. Verpflegung (biologisch/vegetarisch):

Im Einzelzimmer 75€ eine Nacht/ 150€ zwei Nächte

Im Doppel- oder Zweibettzimmer 65€ eine Nacht/ 130€ zwei Nächte

Euro im Dreibettzimmer 55€ eine Nacht/ 110€ zwei Nächte

Im Mehrbettzimmer 50€ eine Nacht/100€ zwei Nächte

Im eigenen Wohnmobil 45 € eine Nacht/90€ zwei Nächte

Übernachtung außerhalb: 38,00 Euro Tagespauschale inkl. Verpflegung und Raumnutzungsbeitrag/76 € zwei Tage

 

Preise für Kinder

unter 6 Jahre – frei

6 – 12 Jahre 50% Ermäßigung

13 – 16 Jahre 25%Ermäßigung

 

Wir wollen Allen eine Teilnahme am Treffen ermöglichen. Wenn Dir die Teilnahme finanzielle Schwierigkeiten bereiten sollte, setze Dich bitte direkt mit uns in Verbindung unter anmeldungsolidarische-landwirtschaft.org.

Viele Fragen tun sich auf, wenn man eine Solawi gründen möchten: zu Organisationsstrukturen, Anbauplanung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltungs- und Versicherungsthemen, Betriebswirtschaft oder sozialen Aspekten.

Beratende aus unserem Arbeitskreis Beratung unterstützen Euch in diesem Workshop bei den Schritten, die für Euch gerade relevant sind. Durch das Arbeiten in der Gruppe bekommt Ihr einen Einblick in weitere Themen und Lösungsmöglichkeiten über Euer eigenes Projekt hinaus.

Es ist auch eine Teilnahme nur an dem Einsteiger*innen Workshop unabhängig von der Tagungsteilnahme möglich.

Kinderbetreuung

„Wir freuen uns über alle großen und kleinen Menschen, die mit zur Frühjahrstagung kommen und zur Vielfalt beitragen.
Damit sich alle wohlfühlen und auch die Eltern gut am Austausch teilnehmen können, organisieren wir gemeinsam eine Kinderbetreuung und halten für die Kinder einen Raum bereit.

Bei Fragen und Anregungen erreicht Ihr das Organisations-Team unter anmeldungsolidarische-landwirtschaft.org

Allgemeines zu den Netzwerktreffen

Im Frühling und im Herbst findet jeweils ein Netzwerktreffen statt, in welchem alle Mitglieder und interessierte Menschen eingeladen sind, ihre Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam in Arbeitsgruppen an aktuellen Fragestellungen zu arbeiten und sich in die strukturelle Arbeit des Netzwerks einzubringen.

Das Netzwerktreffen richtet sich insbesondere an Menschen, die bereits an einer Solidarischen Landwirtschaft teilhaben oder eine Solawi gründen möchten. Doch auch sonstige an der Solidarischen Landwirtschaft Interessierte sind herzlich willkommen und werden bereichert abreisen!

weitere Termine

  • 06. - 08.11.2020  Herbsttagung in der Nähe von Kassel/Tagungshaus Lebensbogen
  • 10-14.11.2021  Herbsttagung in der Nähe von Kassel/Tagungshaus Lebensbogen

Weiterführende Informationen

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