Alle Informationen im Überblick

Im Frühling und im Herbst findet jeweils ein Netzwerktreffen statt, in welchem alle Mitglieder und interessierte Menschen eingeladen sind, ihre Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam in Arbeitsgruppen an aktuellen Fragestellungen zu arbeiten und sich in die strukturelle Arbeit des Netzwerks einzubringen.

Das Netzwerktreffen richtet sich insbesondere an Menschen, die bereits an einer Solidarischen Landwirtschaft teilhaben oder eine Solawi gründen möchten. Doch auch sonstige an der Solidarischen Landwirtschaft Interessierte sind herzlich willkommen und werden bereichert abreisen!

Wie können wir die Arbeit in der Solidarischen Landwirtschaft so gestalten, dass sie uns ernährt und erfüllt und den Werten einer zukunftsfähigen Landwirtschaft entspricht?

Wie lassen sich landwirtschaftliche Arbeit und menschliche, individuelle Bedürfnisse heute miteinander vereinbaren?

Die Wertschätzung für das Arbeiten in der Landwirtschaft ist gering in unserer Gesellschaft. Vielerorts gibt es in der Landwirtschaft immer noch sehr wenig Geld und viel harte Arbeit.

Wir als Solawi-Bewegung wollen gute und bedarfsorientierte Arbeitsbedingungen für die Menschen in der Landwirtschaft. Doch im Rahmen der gesellschaftlichen Bedingungen und Haltungen ist dies häufig leichter gesagt als getan. Daher müssen wir uns konkret fragen: Wie können wir Arbeitsplatzqualität und Einkommenszufriedenheit in den Solawis erhöhen und wie gelingt es uns gemeinsam, mit den gegebenen Herausforderungen umzugehen und unsere Werte umzusetzen?

Wir möchten die Themen Wertschätzung, Arbeitsbedingungen, Arbeitsplatzqualität und Einkommen bewusst angehen, aufrichtig sein, voneinander lernen, unsere Gestaltungskraft nutzen und miteinander kreativ sein für neue Modelle der Arbeit in der Landwirtschaft. Und so gesellschaftliche Bedingungen gestalten.

Frühjahrstagung 9. - 11. Februar 2018

Am Freitagabend werden wir uns zum Einstieg gemeinsam dem Thema der Tagung widmen: Wie ist das Erleben und die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen, was bedeutet Wertschätzung in der Solidarischen Landwirtschaft.

Am Samstagvormittag wollen wir mit kurzen Vorträgen und Workshopangeboten die Auseinandersetzung zu einer anderen Wertschätzungs- und Arbeitskultur vertiefen durch Best Practice-Impulse und beispielhafte Strategien. Samstagnachmittag ist dann noch einmal Open Space, Zeit für Spontanes, Eure mitgebrachten Fragen und Austauschanliegen. Am Sonntag gibt es Zeit für Offengebliebenes, Begegnung und einen Austausch über unsere Zusammenarbeit im Netzwerk. Am Samstagabend wird gefeiert mit Musik und Tanz!

Für Neueinsteiger*innen in die Solawi-Praxis gibt es wieder die Möglichkeit, am Freitag vor Beginn des großen Treffens von 14.00-17.30 Uhr an einem Intensiv-Workshop zur Einführung teilzunehmen, der von Solawi-Beratern angeboten wird.

Veranstaltungsort: LJA Altenkirchen/Westerwald

 

Freitag, 9. Februar

15:00 - 18:00Empfang und Check-in
14.00 - 17:30EinsteigerInnen-Workshop
18:00Abendessen
19:00Programmbeginn
19:10Begrüßung, Einstieg und Kennenlernen
20:00Themenimpuls „Wertschätzung leben“
21:00Offener Abend

 

Samstag, 10. Februar

 

08:00 Frühstück
09:00 Morgeninspiration und Gemeinsamer Tagesbeginn
09:15 - 11:00 Impulsvorträge
11:15 - 13:00 Workshops
13:00 Mittagessen
15:00 - 15:30 Anliegenphase Open Spaces
16:00 - 18:00 Open Spaces
19:00 Abendessen
20:00 - 20:30 Abendrunde
21:00 Kulturprogamm

 

 

Sonntag, 9. Februar

 

08.00 Frühstück
09:00 - 9:45 Morgeninspiration und Gemeinsamer Tagesbeginn
09:45 - 10:30 Struktur & Entwicklung des Solawi-Netzwerks
11:00 - 12:00 Dialog-Spaziergang
12:00 - 13:00 Abschluss und Abschied
13:00 Mittagessen
Abreise

Vier der Workshopthemen werden in Impulsvorträgen für alle vorgestellt. Informationen zu den Inhalten und Referent*innen der Workshops findet Ihr hier.

 

Impulsvorträge (je 15 min+5 min Fragen)

  • Den Solawi Haushalt richtig kalkulieren
  • Mitglieder einbinden – Kommunikation und (Praktische) Mitarbeit
  • Market gardening - Methodenimpuls für effizienten Gemüseanbau
  • Wie organisieren wir ein Teilzeitteam erfolgreich?

 

Workshops (110 min)

Market Gardening- Methodenimpuls für effizienten Gemüsebau

(Referent: Urs Mauk, Gemüsegärtner Solawi Schloss Tempelhof)

Market Garden bekannt geworden durch Jean Martin Fortier erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Aus den USA bzw. Canada ist das Thema mittlerweile in Deutschland angekommen. Es geht dabei um einen für kleine Flächen optimierten Gemüsebau. Durch hohen Einsatz von Kompost, permanenten Beeten, einem standardisierten System, optimalen Auslastung der Fläche, gepaart mit effizienter Kleintechnik wirbt die Methoden mit hohen Flächenerträgen und einer guten Wirtschaftlichkeit. Der Workshop vermittelt einen kurzen Einblick und soll dabei helfen die Relevanz für den eigenen Betrieb einschätzen zu können.

 

Den Solawi Haushalt richtig kalkulieren

(Referent: Klaus Strüber, Demeter-Landwirt und Solawi- Berater)

Die Kalkulation einer SoLaWi ist sehr wichtig für ihren Erfolg - oft begleitet von vielen nötigen Entscheidungen und Mutmaßungen in eine ungeklärte Zukunft. Es braucht gesicherte Daten, gute Recherche und eine übersichtliche Struktur, die nichts  Wesentliches übersieht. Oft dient eine fertige Kalkulation als transparenter Schlüssel gegenüber den Mitgleider*innen, um ein Vertrauen aufzubauen, das soziale Wärme schafft.
In diesem Workshop wollen wir uns deshalb mit allen Elementen der Kalkulation befassen: Einnahmen, Ausgaben, Zuordnungen in Betriebsbereiche. Der Austausch untereinander wird uns dabei allle bereichern.

 

Wie organisieren wir ein Teilzeitteam erfolgreich?

(Referent: Karl Gieseke, Gemüsegärtner Solawi Rote Bete Sehlis)

Wie können sich Gärtnereiteams organisieren, wenn nicht alle oder sogar niemand Vollzeit arbeitet?
Anhand eines kurzen Erfahrungsberichts aus der Roten Beete Sehlis soll dies dargestellt werden, denn hier arbeiten 5 GärtnerInnen unter 30 Stunden, sowie eine unter 15 Stunden zusammen. In der anschließenden Diskussion können dann Erfahrungen anderer Solawis mit diesem Thema besprochen und die Übertragbarkeit von Lösungen diskutiert werden.

Karl Giesecke gärtnert seit 2012 in der Roten Beete und hat 2017 eine dreimonatige "Walz" durch 13 Solawis gemacht.

 

Mitglieder einbinden – Kommunikation und (Praktische) Mitarbeit

(Referent*innen: Claudia Höps, Bäuerin Solawi Hof Dollinger , Ursina Eichenberger und Tex Tschurtschenthaler, CSA Ortoloco/Schweiz)

Dieser Workshop gibt Einblick in die Praxis zweier Solawi-Projekte: Claudia erzählt aus Ihrer Arbeit als Solawi-Bäuerin: Welche Art von Kommunikation ermöglicht Transparenz, Bindung,Vertrauen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Mitgliedern? Sie zeigt auf, was beim Dollingerhof gut funktioniert und wo die Herausforderungen liegen. Ursina und Tex berichten von ihrem Projekt, in dem die praktische Mitarbeit der Solawi-Mitglieder einen hohen Stellenwert hat und gut organisiert ist. Beide Erfahrungsimpulse werden im Workshop eingebracht, um daraus mit den Teilnehmenden ins Gespräch zu gehen und gemeinsam herauszuarbeiten, was die Beziehung zwischen Produzierenden und Mitgliedern ausmacht und wie sie zum Gelingen der Solawi gestaltet werden kann.



 

Das Rad nicht neu erfinden: Anregungen für gute Arbeitsbedingungen und ein schönes Leben aus gewerkschaftlicher Perspektive

(Referentinnen: Katharina Varelmann, Mitarbeiterin PECO-Institut und Sarah Kuschel, Mitarbeiterin IGBauAgrarUmwelt)

In Gewerkschaften organisierte Menschen kämpfen schon lange für gute Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmer*innen. Der 8-Stunden-Tag wird in Deutschland bald 100 Jahre alt und ist eines der Ergebnisse gewerkschaftlicher Kämpfe. Auch Arbeitsschutzbestimmungen und Löhne aus Tarifverträgen sind Folge jahrhundertelanger Bemühungen. Sie stellen Mindeststandards dar, um gesund und abgesichert arbeiten und alt werden zu können. Doch was hat das mit solidarischer Landwirtschaft zu tun? Wie bei Gewerkschaften ist der Grundgedanke, dass die Gärtner*innen und Landwirt*innen ein gutes und abgesichertes Leben führen können. Besonderheiten prägen aber die Arbeitsbedingungen in einer Solawi: Arbeiten im Kollektiv, teilweise ohne klassisches „Chef*in -Verhältnis“ und für Mitglieder – nicht für den freien Markt. Wie können wir arbeitsrechtliche Regeln zum Schutz und zur Erhaltung der eigenen Arbeitskraft und Gesundheit auf den Solawi-Kontext anwenden? Warum könnte auch für uns eine Organisierung in einer Gewerkschaft sinnvoll sein? Wie können wir klare Regeln mit den Mitgliedern absprechen und vor allem selber einhalten, da wir doch alle für die gute Sache und einen neuen Lebensentwurf arbeiten? Wir möchten mit Euch erarbeiten, wie das aussehen kann, euch Impulse aus unser Arbeit geben und versuchen gemeinsam Antworten zu suchen….

Sarah Kuschel ist Gewerkschaftssekretären für die Grüne Branche in der IG Bauen Agrar und Umwelt, Katharina Varelmann arbeitet für das PECO-Institut zu landwirtschaftlichen Arbeitsbedingungen – beide haben als Gärtnerinnen Erfahrung in Solidarischer Landwirtschaft, Solawi Freudentahl.



 

 

Tool-Sharing & Ideen-Austausch
Um die Energien zu bündeln, laden wir alle PraktikerInnen dazu ein, ihre selbst zusammengeschmiedeten Ideen in Form von Fotos, Zeichnungen etc. mitzubringen! Das können praktische selbstgebaute Geräte sein, die Euch den Solawi-Alltag erleichtern oder Dateien und Dokumente, in die Ihr viel Arbeit gesteckt habt und die auch für andere Solawis nützlich sein können.

„Hof-Portraits
Jeder Hof ist einzigartig und verwirklicht die Solawi-Idee auf seine eigene Weise. Um diese Vielfalt, die Erfolgsansätze, aber auch aktuelle „Baustellen“ sichtbar zu machen und Austausch anzuregen, laden wir Euch ein, Euren Hof in einem kleinen Portrait vorzustellen! Nähere Infos dazu gibt es, wenn Ihr Euch anmeldet!

Kinderbetreuung

„Wir freuen uns über alle großen und kleinen Menschen, die mit zur Frühjahrstagung kommen und zur Vielfalt beitragen. Damit Ihr als Eltern auch konzentriert am inhaltlichen Austausch teilnehmen könnt, bemühen wir uns um eine Kinderbetreuung und halten dafür einen Raum bereit.

Wie  wir die Betreuung genau organisieren und finanzieren, möchten wir gerne mit den interessierten Eltern zusammen besprechen.

Tagungsbeiträge

Soli-Beitrag 60 €

Mitglied 15 €

Nicht-Mitglied 40 €

Institutionen 90 €

Tagesgast (Mitglied und Nichtmitglied) 20 €

Einsteiger*innen-Workshop 20 €

Unterkunft und Verpflegung

Einzelzimmer zwei Nächte (60 €) und Verpflegung (70 €) : 130 €

Doppelzimmer zwei Nächte (50 €) und Verpflegung (70 €) : 120 €

ohne Übernachtung Fr- So ( 20€ Raumnutzung) und Verpflegung (70 €) : 90 €

 

Tagesgast/Tagesgästin

Freitag: Verpflegung und Raumnutzungspauschale Freitag(20 €)

Samstag (ohne Frühstück): Verpflegung und Raumnutzungspauschale(35 €)

Sonntag (ohne Frühstück): Verpflegung und Raumnutzungspauschale (30 €)

 

Preise für Kinder (Unterkunft und Verpflegung zusammen)

  • bis 4 Jahre kostenfrei

  • zwischen 5 und 9 Jahren 34,15€/Tag

  • zwischen 10 und 14 Jahren 41,05€/Tag

  • zwischen 15 und 17 Jahren 48,75€/ Tag

 

Es sind keine Einzelmahlzeiten buchbar.

Wir wollen Allen eine Teilnahme am Treffen ermöglichen. Wenn Dir die Teilnahme finanzielle Schwierigkeiten bereiten sollte, setze Dich bitte direkt mit uns in Verbindung unter anmeldungsolidarische-landwirtschaft.org. In Einzelfällen können wir eine Kostenreduzierung ermöglichen.

Die Frühjahrstagung findet in der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen im Westerwald statt.

Anschrift:
Dieperzbergweg 13 – 17
57610 Altenkirchen / Westerwald

Email: infolja.de

Die Anfahrtsbeschreibung gibt's hier: http://www.lja.de/kontakt-und-anreise/

Bei Fragen und Anregungen erreicht Ihr das Organisations-Team unter anmeldungsolidarische-landwirtschaft.org

Weiterführende Informationen

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