Tagungsdokumentation 2. Fachtag

Zukunftsfelder kultivieren- Vielfalt ermöglichen

Solidarische Landwirtschaft am 22.1.202 zum 2. Mal im Politischen Berlin

Ziel des Fachtages des Netzwerkes Solidarische Landwirtschaft ist es, in den Dialog mit Politik und Forschung zu treten und das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft weiter bekannt zu machen. Der Einladung zur diesjährigen Veranstaltung in der Heinrich Böll Stiftung folgten fast 100 Teilnehmer*innen, entsprechend viele mit einem wissenschaftlichen Interesse, aber auch aus Politik und Verwaltung, sowie Landwirt*innen und Verbraucher*innen.

Der Fokus wurde diesmal auf zwei Fragen gelegt: Was macht den „Mehrwert“ der Solidarischen Landwirtschaft für die Gesellschaft aus und welche politischen und institutionellen Änderungen sind notwendig, um alternative Konzepte zur industriellen Landwirtschaft zu fördern? Im Zentrum der Diskussion stand die bekannte Problematik, dass die derzeitige Agrarpolitik vor allem agrarindustrielle Betriebe begünstigt und die Verbreitung von alternativen, kleinstrukturierten Landwirtschaftsmodellen hemmt. Dies gilt auch für den Bereich Vermarktung: Für viele kleine verarbeitende Betriebe stellen gängige Anforderungen einen enormen Aufwand dar, den diese Betriebe nicht effizient leisten können und die zudem ohne bedeutenden Mehrwert für Verbraucher*innen sind. Und auch hinsichtlich rahmenrechtlicher Vorschriften gibt es Verbesserungspotenzial, wie Julia Hartkemeyer von der Solidarischen Landwirtschaft CSA Hof Pente (Link: https://hofpente.de/) berichtet: „Wir sind gerade dabei einen neuen Stall zu bauen. In diesem sollen drei Tierarten unterkommen und zudem noch ein Begegnungsort für Menschen geschaffen werden – eine richtige Innovation also. Leider ist es sehr aufwendig die Genehmigung dafür zu bekommen, da solche Sonderfälle mit Unsicherheiten bei den Behörden verbunden sind.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Fachkräfteausbildung: Auch hier werden kleinstrukturierte Betriebe vernachlässigt, denn die derzeitige Ausbildung ist auf die Praktiken der industriellen Landwirtschaft ausgelegt. Nun ist die Politik gefragt, rechtliche und bürokratische Regelungen anzupassen, um so alternative und zukunftsfähige Landwirtschaftsmodelle zu fördern.

Chancengleichheit für Groß und Klein

„Das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft wird immer häufiger umgesetzt und gewinnt stetig an Bedeutung. Und viele Solawis zeigen, dass sie als Impulsgeber in der Region wirken und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Doch damit die Bewegung weiterwachsen kann, muss die Politik für Chancengleichheit für kleine und große Betriebe sorgen und darüber hinaus auch die Innovationskraft der kleineren Betriebe fördern anstatt sie zu behindern“, resümiert Dr. Niels Kohlschütter von der Schweisfurth Stiftung.

Die Refernt*innen haben dankenswerter Weise Ihre Vorträge zur Veröffentlichung frei gegeben:

Ursula Hudson Keynote Wege in eine zukunftstaugliche Landwirtschaft 

Laura Carlson 1. Vortrag Wo steht die Solawi-Bewegung in Deutschland?

Marius Rommel 2. Vortrag Solidarische Landwirtschaft als transformative Wirtschaftsform

Petra Wähning 3. Vortrag Solidarische Landwirtschaft – eine neue Beziehungskultur entsteht

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