Kurzbericht Solid Base Modul 4: Mitgliedereinbindung

02.07.2019

Gruppendynamik und Gemeinschaftsgefühl in SoLawis

Am ersten Juniwochenende fand in Witzenhausen der letzte Workshop der Solid-Base-Reihe mit dem Fokus auf dem Thema Mitgliedereinbindung statt. Der Workshop wurde von Katharina Kraiß und Jule Hesse geleitet, die auch im Netzwerk Solidarische Landwirtschaft aktiv sind. Die Teilnehmer*innen kamen aus insgesamt sieben verschiedenen Solawis und bringen sich dort v.a. in organisatorische Strukturen ein.

Bei einer Aufstellung zu Beginn wurde sichtbar, dass die meisten nicht besonders zufrieden mit dem Gemeinschaftsgefühl in ihrer Solawi sind, was verschiedene Gründe hatte. Genannt wurden u.a. eine empfundene starke Trennung zwischen „Anbau-Team“ und „Mitgliedern“, das fehlende Wir-Gefühl, dass Angebote schlecht angenommen werden und die Eigeninitiative allgemein sehr gering ist.

Die Teilnehmenden hatten im Anschluss die Möglichkeit, ihre ideale Solawi als Bild zu Papier zu bringen. Wir haben gemeinsam auf die Theorie zur Gruppendynamik geschaut, bei der deutlich wurde, dass eine Gruppe bzw. Gemeinschaft stets verschiedene Phasen durchläuft. Im Zweiergespräch konnten alle überlegen, in welcher Phase sich die eigene Solawi gerade befindet. Gibt es eine dynamische Bewegung oder stagniert der Prozess? Es waren fast alle Phasen vertreten.

Für die Gestaltung von gemeinsamen Treffen gibt es ein paar einfache Tips, die zu einer guten Arbeitsatmosphäre beitragen können. Einige davon wurden bei dem Workshop bereits sichtbar umgesetzt. Jedes Zusammentreffen von verschiedenen Menschen birgt auch das Potential, dass Konflikte auftreten. Beschäftigt wurde sich mit den Fragen: Wie finden wir einen guten Umgang damit und was hilft, um Lösungen in unseren Solawis zu finden? Ein Kernaspekt ist die Bedeutung von konstruktivem Feedback, was im Rollenspiel ausprobiert wurde.

In jeder Gruppe gibt es Entscheidungen zu fällen. Es wurden der Konsens und Konsent, sowie anschließend die Soziokratie vorgestellt. Mithilfe des soziokratischen Verfahrens wurde spielerisch eine Entscheidung für die Gestaltung der Nachmittagspause getroffen, die von allen mitgetragen wurde. Am Ende hatte jede*r Teilnehmer*in die Möglichkeit, die konkreten eigenen nächsten Schritte zu formulieren, um dem Bild der idealen Solawi vom Anfang ein Stück näher zu kommen.

Es war für alle ein intensiver Tag mit viel Austausch. Erstaunlich war, dass sich bei einigen im Laufe des Tages der Stand in Bezug auf das Gemeinschaftsgefühl bei der eigenen Solawi positiv verändert hat. Die Teilnehmenden gingen inspiriert vom Tag zurück in ihre Solawis.

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